IT Performance Monitoring Software – Wächter über die Performance

Wer kennt die Situation nicht: eine Eingabemaske, die Minuten braucht, um sich aufzubauen; Listen und Tabellen, die lange benötigen, um sich über das Netz mit Daten zu füllen, Programme, die nicht sofort starten. Schnell ist der vermeintlich Schuldige ausgemacht: das Netzwerk. Doch in den wenigsten Fällen ist die Ursache auf das Netzwerk zurückzuführen.

IT Performance Monitoring Software

Häufiges Szenario in diesem Zusammenhang: Die IT-Abteilung des Unternehmens stellt keine Störungen fest, doch die Endbenutzer beschweren sich trotzdem. Oftmals liegt der Grund für lange Zugriffszeiten in der Anwendung selbst oder in ihrem Zusammenspiel mit anderen Applikationen.

Wächter über die Performance: IT Performance Monitoring Software

Um die wirklichen Fehlerursachen zu entdecken, benötigt man deshalb ein Verständnis für die Wechselbeziehungen zwischen allen Systemen und Anwendungen. Viele Monitoring-Tools konzentrieren sich auf Server, Storage, Router etc., nicht aber auf den Endanwender selbst. Für den bedeuten lange Zugriffszeiten aber eine erhebliche Beeinträchtigung im Tagesgeschäft. So ist es beispielsweise für ein forschendes Unternehmen wichtig, Labordaten innerhalb von Sekunden abrufen zu können und bei Performanceproblemen den Fehler schnell zu lokalisieren und zu beheben. Davon hängt nicht nur die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter ab, sondern auch deren Bereitschaft, mit einer bestimmten Applikation zu arbeiten.

Lohnt sich das neue Netzwerk überhaupt?

Viele Firmen glauben, mit der Etablierung eines hochmodernen Netzwerkes, das Bandbreiten von mehreren Hundert Mbit/s bietet, sei das Nötige getan. Umso mehr zeigt man sich dann überrascht, wenn sich Anwender über mangelnde Performance beklagen. Besser, weil sicherer wäre es, auch Messungen und Analysen auf Applikationsebene durchzuführen und die Interaktion zwischen Anwendung, Server und Netzwerk zu prüfen und zu dokumentieren – und zwar nicht nur für das klassische Troubleshooting, sondern auch für eine Analyse im Vorfeld einer Implementierung.

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Quelle: CapaSystems

Damit ließen sich unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Was passiert, wenn eine neue Anwendung an einem Standort (oder mehreren Niederlassungen), beispielsweise im Ausland, eingeführt wird?
  • Können die Nutzer dort mit dieser Applikation auch auf Dokumente und Daten in der Unternehmenszentrale zugreifen?
  • Wenn ja, welche Zugriffzeiten sind zu erwarten?
  • Welche Bedienschritte erzeugen möglicherweise besonders viel Datenverkehr und sind potenzielle Kandidaten für „Flaschenhälse“ (Bottleneck)?
  • Gibt es „Performance Peaks“ bei der Nutzung der Applikationen?

Agenten beobachten den Datenverkehr

Diese Informationen sind natürlich für ein Unternehmen eine „Goldgrube“ – nicht nur für Investitionsentscheidungen hinsichtlich neuer Systeme, sondern auch für die kontinuierliche Optimierung der gesamten IT-Infrastruktur. Zur Illustration: Für das konzernweite Rollout eines komplett neuen Betriebssystems auf mehreren Tausend Rechnern (Client) ist es natürlich aus betriebswirtschaftlicher Hinsicht gut zu wissen, ob die neue Windows-Version auch wirklich zu einer höheren Performance führt und sich deren Anschaffung lohnt.

IT Performance Monitoring Software auf Applikationsebene

Auf den einzelnen Client-Rechnern werden sogenannte Agenten installiert, die die Transaktionen einer Anwendung aufzeichnen (Packet Traces). Von einer zentralen Konsole beispielsweise lassen sich die implementierten Agenten administrieren, die aufgezeichneten Packet-Traces werden an die Konsole übertragen und dort untersucht. Der Administrator kann sich bei Bedarf per Fernzugriff beim Client aufschalten, das heißt, er hat einen Blick auf den Rechner des Endanwenders und kann dadurch genau verfolgen, was dieser in seiner Applikation macht. Moderne Tools für die Performanceanalyse sind heute in der Lage, innerhalb weniger Minuten die Daten zu analysieren und den Grund für Performanceschwächen mit höchster Genauigkeit zu finden.

IT Performance Monitoring Software bringt Klarheit

In einem konkreten Fall hatte beispielsweise ein international agierendes Unternehmen das Problem, dass die Mitarbeiter am Standort X zwei- bis dreimal länger benötigten als Nutzer in der Niederlassung Y, um aus einer SAP-Anwendung heraus Informationen zu Kunden zu generieren. Die Besonderheit bestand darin, dass X auf Daten zurückgriff, die im Rechenzentrum in Y hinterlegt waren. Daraufhin startete man vom Hauptsitz aus eine Applikationsmessung und stellte schwankende Signallaufzeiten (Latenz) sowie Paketverluste bei der Datenübertragung zwischen den Standorten fest. Im Zuge dessen identifizierte man schließlich einen falsch konfigurierten Port am Router als Ursache für die Paketverluste. Hinsichtlich der schwankenden Latenz nahm man alle Komponenten der betroffenen WAN-Strecke genauer unter die Lupe. Das Resultat: Ein leistungsschwacher Router war die Ursache für die unregelmäßigen Signallaufzeiten und wurde deshalb ausgetauscht.

Wächter über die Performance

Moderne Lösungen für ein umfassendes IT-Systemmanagement unterstützen also bei der Analyse, indem sie Paketwiederholungen exakt herausfiltern. Mehr noch: Viele dieser Analyse-Lösungen ermöglichen die detaillierte Aufgliederung der Transaktionen einer Applikation und machen somit Informationen wie Anwendungsdaten, Fehlermeldungen und Wiederholungen (Retransmission) auf einen Blick sichtbar. Mögliche Quellen für Verzögerungen (Delay) werden grafisch dargestellt, das Überschreiten von Schwellwerten wird sauber dokumentiert und steht als Bericht zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Der Vorteil solcher Tools ist, dass die ihnen zu Grunde liegenden Capture-Agenten in der Regel geringe Ressourcen (RAM, CPU) benötigen.

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