Mit White Paper Production in die Vollfarb Zukunft?

White Paper Production - summ-it Unternehmensberatung

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White Paper Production

Die Transaktionsdokumente-Produktion ist die Lokomotive der Digitaldruck-Entwicklung.

Weltweit boomt die Digitaldrucktechnik, aber überall werden grafische Betriebe insolvent. Heute kann man variabel individualisierte Druckprodukte genauso schnell und in fast derselben Qualität drucken wie auf den schnellsten Offsetmaschinen aus Heidelberg oder Offenbach, doch gleichzeitig schwankt das monatlich veröffentlichte Stimmungsbarometer des Druckerverbandes BVDM zwischen pessimistisch und sehr pessimistisch. Eine Branche strukturiert sich grundlegend um, aber offenbar sehr asymmetrisch.

Wer seit Jahrzehnten schon mit variablen Daten druckt und sich mit Null-Fehler-Workflows auskennt, hat die Nase vorn. Wie können die Transaktionsdokumente-Produzenten diese Lage nutzen?

Vor einigen Wochen meldete der Highspeed-Inkjet-Marktführer in Deutschland, Canon/Océ, die Installation der einhundertsten Maschine der Serie ColorStream 3000, dem Vollfarb-Flaggschiff unter den Endlos-Inkjetmaschinen aus Poing bei München.

Weltweit werden es bereits etliche hundert Installationen von Canon-Maschinen dieser Leistungsklasse sein. Wenn man weiß, dass jedes dieser Systeme vier bis zwölf Millionen A4-Drucke im Monat schafft und dass Canon einen Marktanteil von rund 35 Prozent weltweit besitzt, dann kann man sich einen Begriff davon machen, welche Karriere allein diese schnellste und preiswerteste Digitaldrucktechnik seit 2008 gemacht hat, als die ersten dieser Maschinen auf der Drupa vorgestellt wurden. White Paper.
Digitaldruck-Anteil: ein Sprung von neun auf dreißig Prozent?

Damals kamen nicht einmal neun Prozent des gesamten Druckvolumens aus Digitaldruckmaschinen. In drei oder vier Jahren soll der Anteil auf ein knappes Drittel steigen, allerdings von einem Gesamtvolumen, das um 10 bis 15 Prozent niedriger ist. Das jedenfalls prognostizierte eine Canon-Vorausschau. White Paper.

Dabei begann die Karriere des Hochleistungs-Digitaldrucks zunächst ziemlich holprig. Für viele Fachleute kam der schnelle Tintendruck von der Rolle überraschend, und zunächst gab es so recht keinen Anwendungsbereich für die neue Technik. Als Zusatzoption für Kleinauflagen und Sonderaufgaben in der grafischen Industrie waren die  neuen Maschinen eindeutig zu schnell, zu groß, zu teuer und anfangs auch qualitativ nicht zufrieden stellend. Auch die Outputmanager in den Transaktionsdokumenten-Produktionsbetrieben fremdelten.

Kontodaten und Rechnungsdruck in Farbe? Was für eine Verschwendung!

Flugs brachten die Vollfarb-Wortführer – auch in dieser Zeitschrift – den Dokumententyp der Zukunft, Modell „Transpromo“, in die Debatte: die Kombination von Transaktions- und Marketinginformation, also Rechnung und Webebotschaft zugleich, Letztere natürlich in Farbe. Was sie nicht bedachten: Werbung kommt vor dem Geschäft, die Rechnung danach, und mit wenigen Ausnahmen war den Versicherungen, Energieversorgern und Sparkassen der Gedanke unheimlich, diese beiden Sphären miteinander zu vermischen.

White Paper: Die Initialzündung auf weißem Papier

White Paper Production - postmaster Magazin Ausgabe 2015-03 – summ-it Unternehmensberatung

White Paper Production – postmaster Magazin Ausgabe 2015-03

Ganz unabhängig von dieser unterhaltsamen Transpromo-Debatte begannen aber die Kostenrechner der großen Dokumentendrucker die Bleistifte zu spitzen, und sie kamen zu überraschenden Ergebnissen: Wenn man den bisherigen Zeit- und Kostenaufwand für den Einsatz von vorgedruckten Formularen und Geschäftsbögen zuzüglich dem  Einfarbdruck der Transaktionsinformation die Kosten des neuen Farbdrucks gegenüberstellte, dann kam Letzterer gar nicht so schlecht weg. Ein paar Hervorhebungen, Tabellen oder Grafiken in Farbe gäbe es dann sogar noch gratis obendrauf. Das war die Idee der Whitepaper-Produktion, die heute in jedem Outputzentrum eingeführt wird, wo altgediente Schwarzweiß-Rollendrucker auf Tonerbasis durch neue Maschinen ersetzt werden. Der rasche Inkjet-Fortschritt hat dafür gesorgt, dass die Kalkulation für Highspeed-Tintendruck immer günstiger wird. Schon in wenigen Jahren, so sind sich viele Experten sicher, wird ein Vollfarbanteil beim Transaktionsdruck von 75 Prozent erreicht sein. White Paper.

Erst durch diese große Umwälzung bei der Transaktionsdokumenten-Produktion wird der prognostizierte 30-Prozent-Anteil des Digitaldrucks an der gesamten grafischen Produktion überhaupt realistisch. Wenn diese Entwicklung so eintritt, dann hat sie für klassische Druckbetriebe einen erheblichen Nachteil: Ein großer Teil dieser Modernisierung wird bei ihnen nicht ankommen. Natürlich können Vollfarb-Digitaldruckmaschinen viel mehr als nur Briefköpfe und Formularvordrucke gemeinsam mit Texten und Zahlen drucken, und die Optionen für die Produktion hochwertigerer Produkte per Highspeed-Inkjet werden mit Sicherheit ausgenutzt. Schon im April 2013 stellt der Chef des Technologieberatungsinstituts Madisons Advisors, Kemal Carr, auf dem Canon-Forum in Poing fest, dass die Zahl der Briefe in den USA allein 2012 um über 14 Prozent gesunken, gleichzeitig der Grafikanteil in den Dokumenten (Statistiken, Bilder etc.) über 20 Prozent gestiegen war. Diesen Trend zur Qualitätssteigerung und höheren Werthaltigkeit von Dokumenten bei gleichzeitigem Mengenrückgang hat erst jüngst ein Whitepaper von Compart unter der Überschrift „Aus Blankopapier wird Gold“ bestätigt.

Bogen-Digitaldruck in der Sackgasse?

Der Einsatz des Digitaldrucks ist in den meisten grafischen Betrieben bisher einen anderen Weg gegangen.
Hier dominieren kleinformatige Bogendruckmaschinen im Format A4 bis A3+, traditionell im Einsatz bei der Herstellung von Kleinauflagen, bei denen die Einsparungen bei der Vorstufe die erhöhten Druckkosten überkompensieren. Seit Jahren liefern sich die Verwirtschaftlichung und verringerten Einrichtungszeiten beim Offsetdruck mit den sinkenden Druckpreisen beim tonerbasierten Digitaldruck ein Rennen. Durch zusätzliche Druckwerke für weißen, goldenen oder transparentglänzenden Toner hat der neue digitale Produktionsdruck seine Einsatzgebiete aber Zug um Zug ausgeweitet. Von großer Bedeutung ist auch die Möglichkeit, Substrate mit Papiergewichten unterhalb von 60 bzw. oberhalb von 180 g/m² auch im modernen Datendruck einzusetzen. Dadurch wurden weitere Geschäftsfelder eröffnet, zum Beispiel für die Herstellung von Beipackzetteln oder individualisierten Verpackungen.

Trotzdem steckt der Digitaldruck in den meisten grafischen Unternehmen als Technologie zur Herstellung inhaltsgleicher Kleinauflagen in einer Sackgasse, aus der die Unternehmen ohne strategische Wendemanöver nicht
herauskommen. Das wird aber erforderlich sein sein, wenn die Unternehmen bei der Produktion neuer Druckprodukte im Multichannel-Marketingdialog nicht ins Hintertreffen geraten wollen.

Transaktionsdrucker: Nase vorn bei der Datenkompetenz

In den Transaktionsdokument-Drucksälen ist man in verschiedener Hinsicht einen Schritt weiter: Der Umgang mit variablen Daten ist seit Jahrzehnten geübte Praxis, ebenso die Null-Fehler-Produktion, wie sie für individualisierten Output mit geschäftskritischen Daten erforderlich ist. Außerdem stehen jetzt in geschätzt mehr als der Hälfte der großen Outputzentren bereits die neuen Vollfarb-Tintendrucker auch für Aufgaben weit jenseits der Whitepaper-Produktion bereit. Der Umgang mit Farbmanagement und ICC-Profilen wird geübt, und an einer Verarbeitungs-Basis jenseits des Zuschnitts auf A4-Format und der anschließenden Postverarbeitung wird gearbeitet.

Fazit: Der noch vor wenigen Jahren unüberbrückbare tiefe Graben zwischen klassischem Druck und modernem Computer-Ausdruck schließt sich, und eine digital basierte neue Drucktechnik 2.0 entsteht vor unseren Augen. Die Autoren des Canon-Whitepapers von 2008 haben diese Entwicklung schon vorausgesehen, als sie  schrieben: „Die Situation ist mit den 60er Jahren vergleichbar, als dem traditionellen Buchdruck durch die Offsetlithografie der Kampf angesagt wurde. Der Offsetprozess erforderte neue Workflows und  Fachkenntnisse, war jedoch auch der Nährboden einer ganz neuen Generation von Druckanbietern und initiierte das Konzept der Schnelldruckerei. Der Digitaldruck ist 2008 dort angekommen, wo sich der Offsetdruck 1968 befand.“

Was jetzt abläuft ist ein aufregendes Rennen: Wo sind die klassischen grafischen Betriebe, die in der Lage sind, sich den variablen Datendruck (VDP) und die Null-Fehler-Produktion in großem Stil anzueignen? Wo sind die Transaktionsdokumente-Drucker, die den Schritt in Hochqualität und komplexe Weiterverarbeitung schaffen?

White Paper: Der Ausgang bleibt spannend.

 

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